Feuerland — letzte Aufnahmen vor dem Abwracken auf der Museumswerft Flensburg, August 2025

Das Holz, das Patagonien sah.

Aus dem Rumpf der Feuerland — dem Schiff, mit dem Gunther Plüschow 1928 nach Tierra del Fuego segelte — in unsere Esse.

Anfrage zur Provenienz

Die Reise

Berlin → Buenos Aires → Tierra del Fuego, 1927–1931

Im November 1927 lief auf der Werft Krämer, Vagt und Beckmann in Büsum eine 16,20 Meter lange Ketsch vom Stapel — eine zweimastige Segeljacht aus bestem Eichenholz, mit acht Zentimeter starker Beplankung am Wasserpass und Spanten alle 55 Zentimeter. Das Schiff war übermäßig gebaut, weit über das Maß hinaus, das ein gewöhnlicher Fischkutter gebraucht hätte. Sein Auftraggeber wusste, was ihn erwartete: Gunther Plüschow, ehemaliger Marineflieger, Autor, Forscher, Besessener.

Plüschow segelte mit der Feuerland nach Punta Arenas an der Magellanstraße. Von dort, mit einem Wasserflugzeug aus Warnemünder Heinkel-Werken, brachte er die ersten Foto- und Filmaufnahmen des patagonischen Inlandeises mit nach Hause. Drei Reisen unternahm er. Die dritte überlebte er nicht.

„Staub und Dreck — und kristallene Reinheit."

— Gunther Plüschow, Silberkondor über Feuerland (Ullstein, 1929)

Das Schiff & das Holz

98 Jahre auf dem Wasser

Plüschow verkaufte die Feuerland 1929 in Punta Arenas an einen englischen Schafzüchter auf den Falklands. Sie wurde umgetauft auf Penelope — den Vornamen der Tochter des neuen Eigners. Ein anderer Mann, andere Reisen, andere Häfen, aber dasselbe Holz, dieselbe Beplankung.

1946 ging das Schiff an die Falkland-Regierung, 1968 an die Falkland Island Company. 1982, im Falkland-Krieg, wurde es von der argentinischen Marine eingezogen. Aus dieser Zeit gibt es einen Splitter — aber dazu später.

2001 fand der Hamburger Kapitän Bernd Buchner das Schiff auf den Falklands wieder, hob es auf und brachte es 2006 mit eigener Kraft zurück nach Büsum. Im selben Jahr gründete sich der Förderkreis Expeditionsschiff Feuerland.

Im August 2025 wurde die Feuerland in Flensburg vollständig abgewrackt. Das Eichenholz — 98 Jahre alt, mit Patagonien-Geschichte und Falkland-Krieg im Stamm — wurde an Handwerker verteilt. Ein Mitarbeiter der Museumswerft hielt die besten Stücke zurück, bis wir sie mit zwei LKW abholten.

1927
Bau in Büsum
1928
Erste Patagonien-Reise mit Plüschow
1929
Verkauf an Hamilton (Falkland), Umtaufe Penelope
1946
Falkland-Government
1968
Falkland Island Company
1982
Argentinische Marine, Falkland-Krieg
2001
Rückkauf durch Bernd Buchner
2006
Heimkehr nach Büsum
2007
Restaurierungswerft Hamburg-Harburg
2018
Museumswerft Flensburg
08/2025
Abwracken — Eichenholz an Handwerker

Was wir in Händen haben

Die Feuerland war ein Eichenrumpf mit Pechkiefer-Deck. Die Beplankung am Wasserpass: acht Zentimeter stark. Die Spanten in Abständen von 55 Zentimetern, eng wie bei keinem Fischkutter sonst. Das Schiff war übermäßig konstruiert — Plüschow wollte sicher sein.

Die Eiche, die wir verarbeiten, hat fast ein Jahrhundert Salzwasser hinter sich. Sie hat Patagonien-Stürme, Falkland-Granaten, Eismeer und Sommersonne gesehen. Sie wurde in Hamburg konserviert, in Flensburg seziert und schließlich freigegeben.

Was wir aus dieser Eiche in der Esse machen, ist keine Imitation und keine Nostalgie. Es ist eine Verlängerung. Das Holz hat eine Bewegungs-Geschichte, wir geben ihr eine Form.

Holz:
Eiche (Quercus robur)
Herkunft:
Rumpf-Beplankung der Feuerland, gebaut 1927 auf der Werft Krämer, Vagt und Beckmann in Büsum
Lagerort:
Darlaten, Niedersachsen
Verarbeitung:
Manufaktur Moorschmied

Wir sind den Weg gefahren

Dass wir das Holz aus Feuerland verarbeiten, ist nicht zufällig. Die Verbindung zwischen unserer Esse in Norddeutschland und Plüschows Patagonien zieht sich durch vier Generationen.

1950er

Argentinien — Wolf-Dieter wird in Buenos Aires geboren.

Mein Vater Wolf-Dieter wurde in Buenos Aires geboren. Die Familie lebte in Argentinien, später ging es zurück nach Deutschland — aber der Süden des Kontinents blieb ein Echo, in Erzählungen, in Bildern, in den Spulen mit Diapositiven, die mein Großvater aus Patagonien mitbrachte.

1960er

„Staub und Dreck — und kristallene Reinheit."

Mein Großvater hielt in den 1960er-Jahren in Argentinien einen Diavortrag über Patagonien — mit Plüschow als Bezugspunkt, mit dem Schiff Feuerland als Fluchtpunkt. Den Titel borgte er bei Plüschow selbst, einem Satz aus Silberkondor über Feuerland. Die Tonbänder existieren. Die Dias auch.

1970

Wolf-Dieter übernahm das Erbe.

Wolf-Dieter hielt 1970 selbst einen Patagonien-Vortrag — mit Tonbändern, Spulen, Dia-Sequenzen. Vier Stunden Material, Audio und Bild. Das Archiv ist vollständig erhalten. Wir digitalisieren es gerade.

2009

Ushuaia — der erste Besuch am Ende der Welt.

2009 begann in Ushuaia, am südlichsten Stadtpunkt Argentiniens, ein Denkmal für Plüschow zu entstehen. Wir waren von Anfang an dabei. 2020 wurde es eingeweiht — gebaut von Roberto Litvachkes, dem Co-Administrator des Plüschow-Archivs in Buenos Aires.

2020 / 2024

Brazo Rico — Plüschows Absturzort.

2020 fuhr ich zum ersten Mal an den Brazo Rico, den Seitenarm des Lago Argentino, in den der Silberkondor 1931 stürzte. 2024 war ich wieder dort. Das Wasser ist eisig, das Licht steht selbst im Sommer hoch. Man versteht die Stelle, wenn man dort ist. Man versteht Plüschow.

Zeitreise

Ein Splitter aus dem Mast.

Roberto Herrscher diente 1982 in der argentinischen Marine, im Falkland-Krieg, auf einem Schiff, das in Argentinien Penelope hieß. Wir wissen heute, dass es die ehemalige Feuerland war — Plüschows Schiff, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, mit argentinischer Flagge, im Krieg gegen Großbritannien. Roberto wurde durch einen Mastsplitter verwundet. Mein Vater besuchte ihn später in Buenos Aires und brachte ihm einen Splitter aus dem Schiffsholz mit.

2025/26

In die Esse.

Im August 2025 wurde die Feuerland in Flensburg abgewrackt. Wir holten zwei LKW-Ladungen der Beplankung — die besten Stücke. Heute liegt das Holz in unserem Lager in Darlaten. Wir verarbeiten es in der Esse zu Messern. Eichenholz mit Patagonien-Geschichte, Falkland-Krieg im Stamm, vier Generationen Familienbezug — und am Ende ein Griff, in der Hand eines Sammlers.

Wir sind nicht zufällig die Werkstatt für dieses Holz. Wir sind, was kommen musste, nachdem das Schiff fertig war.

Mitwirkende & wissenschaftlicher Rückhalt

Diese Site ist kein Solo-Auftritt. Die Plüschow-Erinnerung wird heute von mehreren Kreisen getragen — Vereine, Familien, Forscher.

Roberto Litvachkes
Buenos Aires — Co-Administrator Plüschow-Archiv

Verwaltet von Argentinien aus das gemeinsame Plüschow-Archiv. Gestaltete das Plüschow-Denkmal in Ushuaia (2020). Zentrale Brücke zwischen deutscher und südamerikanischer Plüschow-Forschung.

Gerhard H. Ehlers
Berlin — Archivar, FK Plüschow e.V.

Inhaltsverantwortlicher der Vereinsseite gunther-plueschow.de. Sammelt seit Jahrzehnten Plüschow-Materialien und macht sie für die Forschung zugänglich.

Mitarbeiter der Museumswerft Flensburg
Flensburg — Übergabe der Beplankung

Die Museumswerft hatte das Schiff 2018 bis 2025 in Pflege. Beim Abwracken hielt einer der Mitarbeiter die besten Eichenstücke zurück, bis wir sie mit zwei LKW abholten. Provenienz-Anker dieses Programms.

Schiffsexperte, Neumayer-Station
Antarktis — Spezialist für Expeditions-Schiffe

Deutscher Forscher, beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte von Polar- und Patagonien-Expeditions-Schiffen. Aus dienstlichen Gründen ohne vollen Namen.

Honorarkonsul, Ushuaia
Ushuaia — diplomatische Verbindung

Trägt die Plüschow-Erinnerung lokal mit. War an der Einrichtung des Plüschow-Denkmals 2020 beteiligt. Verbindung in den argentinischen Süden.

Diese Liste ist kein Endorsement-Tableau. Die Genannten unterstützen die Forschung und das Material — die kommerzielle Verwertung des Holzes liegt allein bei der Manufaktur Moorschmied.

Das Filmprojekt

Plüschows Originalfilm — wir restaurieren ihn.

1928 brachte Gunther Plüschow als erster Mensch Filmaufnahmen aus dem patagonischen Inlandeis nach Hause. Die Originalrolle ist in den 1990er-Jahren in Deutschland archiviert worden. Der Film selbst ist gemeinfrei — Plüschow starb 1931, die Schutzfrist endete 2001.

Wir digitalisieren und restaurieren das Material gerade in einer eigenen 4K-Pipeline. Das Original liegt als 720×576-Quelldatei vor — eine gute Stunde fünfunddreißig, vierzehntausend Frames, schwarzweiß. Mit drei RTX-3090-Grafikkarten und der Topaz-Proteus-Engine arbeiten wir uns Frame für Frame durch das Material — ohne Colorisierung, ohne Stabilisierung, ohne Repair. Das Korn bleibt, der Charakter bleibt. Wir machen nicht aus alt neu, sondern aus klein groß.

Wer Interesse an der wissenschaftlichen Auswertung der Restaurierung hat — Forschungsinstitute, Filmhistoriker, Restaurierungs-Werkstätten — erreicht uns über das Kontaktformular. Wir teilen technische Details und Roh-Frame-Material auf Anfrage.

Häufig gefragt

Wie ist die Provenienz des Holzes belegt?

Das Eichenholz stammt aus dem Rumpf des Expeditionsschiffs Feuerland, gebaut 1927 in Büsum, gesegelt von Gunther Plüschow nach Patagonien, im August 2025 auf der Museumswerft Flensburg vollständig abgewrackt. Wir haben zwei LKW-Ladungen der Beplankung übernommen — die besten Stücke. Die Übergabe ist schriftlich von der Werft bestätigt. Das vollständige Provenienz-Dossier (mit Foto-Inventar, Übergabeschreiben und Bestandsliste) senden wir auf Anfrage zu.

Wie viele Stücke gibt es insgesamt?

Das genaue Maß-Inventar liegt vor. Die Anzahl der finalen Erzeugnisse hängt von der Stückgröße ab — manche Stücke ergeben einen einzelnen Sammler-Schaft, andere mehrere Messergriffe. Wir publizieren die finale Stückzahl pro Edition zum Zeitpunkt der jeweiligen Veröffentlichung.

Sind Stücke aktuell verfügbar?

Wir nehmen Vor-Anfragen entgegen, treffen aber noch keine Verkaufs-Zusagen für eine bestimmte Edition. Wer ernsthaft an einem Stück interessiert ist, meldet sich unverbindlich über das Formular unten. Wir nehmen Sie auf eine Interessenten-Liste und kontaktieren Sie zur Veröffentlichung der jeweiligen Edition.

Wie lange ist die Wartezeit?

Eine Garnitur oder ein Sammler-Stück aus dem Plüschow-Holz wird in der Esse handgefertigt, oft mit Co-Branding-Partnern aus der Büchsenherstellung. Die Vorlaufzeit von Anfrage bis Ablieferung beträgt aktuell vier bis neun Monate.

Liefern Sie international?

Ja. Versand außerhalb der EU klären wir individuell — Zollformalitäten, Endkunden-Identifikation und versicherter Transport sind bei Stücken dieser Klasse Pflicht.

Können Journalisten Bildmaterial bekommen?

Ja. Pressekontakte erhalten ein vorbereitetes Pressekit mit hochauflösenden Bildern, Faktensammlung, Pressetext und freien Verwendungsrechten für redaktionelle Berichterstattung. Anfrage über das Formular unten mit Kennzeichnung „Presse" oder direkt per Mail an presse@moorschmied.de.

Wie steht das Projekt zu Plüschows Familie?

Gunther Plüschow starb 1931. Sein Werk ist seit 2001 gemeinfrei. Wir nutzen Quellen aus seinem Buch Silberkondor über Feuerland mit vollständiger Quellenangabe und tauschen Material mit dem Freundeskreis Gunther Plüschow e.V. (gunther-plueschow.de) und dessen Co-Administrator Roberto Litvachkes in Buenos Aires.

Was passiert mit der Werkstatt-Dokumentation?

Wir digitalisieren parallel zwei größere Bestände: den Original-Dokumentarfilm Plüschows aus 1928 (4K-Restaurierung in Arbeit, gemeinfrei) und einen Patagonien-Vortrag aus dem Jahr 1970 mit Tonbandspulen und Diapositiven. Beide Materialien werden auf dieser Site sukzessive zugänglich gemacht. Nichts davon kostet etwas, nichts davon ist hinter einer Paywall.

Anfrage

Mit dem Absenden willigen Sie ein, dass wir Ihre Angaben zur Bearbeitung Ihrer Anfrage verwenden. Wir geben keine Daten weiter und löschen Anfragen ohne Folge-Anliegen nach 12 Monaten.

Direkter Kontakt: 05763 943658 — Werkstatt Moorschmied (Mo–Fr 09:00–17:00, sonst Anrufbeantworter).